Seit des Beginns der #MeToo Bewegung 2017, springen diverse Unternehmen auf den Wagen auf und machen sexuelle Belästigung und Feminismus zum Thema ihrer Werbekampagnen. Es ist keine Überraschung, dass die Unternehmen viel Zuspruch bekommen, wenn sie ihre Reichweite nutzen, um soziale Probleme öffentlich anzusprechen. Das schweizer Getränkeunternehmen Schweppes hat sich mit der brasilianischen Werbeagentur Ogilvy zusammen getan und eine neue Kampagne namens “Dress For Respect” gestartet, die das Problem sexueller Belästigung in Brasilien bekämpfen soll.

‘Dress for Respect’ ist ein Smart Dress. Es wurde mit Sensoren ausgestattet, die Aufschluss darüber geben, wann, wie stark und wo die Trägerin angefasst wird.

Bildrechte: Ogilvy

Die Kampagne wurde gestartet, um Licht auf sexuelle Belästigung und ungewolltes Grabschen zu werfen.

Das Video beginnt mit Statistiken über sexuelle Belästigung in Brasiliens Nachtclubs

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Es wird gesagt, dass unglaubliche 86% der brasilianischen Frauen schon einmal in Clubs belästigt wurden. Laut der Agência Brasil ist das Hinterherpfeiffen die gängigste Art der öffentlichen Belästigung (77%), gefolgt von Anstarren (74%), sexuellen Kommentaren (57%) und Beleidigungen (39%). Außerdem haben fast die Hälfte der brasilianischen Frauen 2016 Erfahrungen mit ungewolltem physischen Kontakt gemacht.

Aber die Männer, die vor dem Experiment befragt wurden, waren skeptisch

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Einer der interviewten Männer fragt rhetorisch: “Wer geht am Donnerstag Abend aus, nur um zu tanzen?” Und spielt damit darauf an, dass Frauen, die in Nachtclubs gehen aktiv nach sexuellem Kontakt suchen, anstatt einfach nur Spaß haben und tanzen zu wollen. Der andere Mann glaubt, dass die Frauen “nur über alles meckern!” Naja, aber das Videomaterial, das im Anschluss aufgenommen wurde, spricht für sich. Ungewolltes Anfassen in der Öffentlichkeit ist immer noch ein großes Problem, und zwar nicht nur in Brasilien, sondern überall auf der Welt.

Für das Experiment trugen 3 Frauen das “Smart Dress” in einem Nachtclub von São Paulo

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Jedes Mal, wenn die drei Freiwilligen – Juliana, Tatiana und Luisa – angegrabscht werden, sendet das Kleid in Echtzeit ein Signal an die Forscher. Überflüssig zu erwähnen, dass die Frauen über die Dauer des Experiments häufig angefasst wurden. Und das selbst, wenn sie explizit ausdrückten, dass sie das nicht wollen.

Nach den gesammelten Daten, wurden die freiwilligen Damen, in weniger als vier Stunden, 157 Mal angefasst

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Das entspricht mehr als 40 Mal in der Stunde! Am Ende des Videos, als der Abend vorbei war, wurden Männer aus dem Club eingeladen, sich das Material anzuschauen. Zum Glück wirkten sie ziemlich schockiert, von dem, was im Club passierte: “Das ist so absurd,” kommentierte einer der Männer. Der andere Mann war schockiert als er sah, dass ein Fremder einfach versuchte eine der Frauen zu küssen.

Schau dir hier den ganzen Werbespot aus der Kooperation von Schweppes und Ogilvy an: